work in process
Fotografie
Photography
Misafir türkisch für Besuch, hat seinen Ursprung im arabischen Wort Musafir das Reisender bedeutet. Ein Reisender der zum Gast wird ist Misafir. Aber was bedeutet es immer zu Gast zu sein? Wie kann ich meiner eigenen Annahme, Teil dieser Gruppe zu sein, trauen? Als postmigrantischer Mensch ist die Frage nach einer Zugehörigkeit allgegenwärtig. Die Arbeit begibt sich in die Ambiguität der Einladung und der Abstoßung. In einem Limbo in dem es nicht mehr möglich ist klar zu deuten, wie die Situation zu interpretieren ist. Die fragmentarischen Fotografien erzeugen einen emotionalen (nicht-)Raum der unmöglich in einem klaren Narrativ gefasst werden kann und der einer Fluktuation im Moment des Betrachtens unterliegt. Die Verbindungen zwischen den einzelnen Fotografien bleiben flüchtig und lösen sich ebenso schnell wieder auf wie sie entstanden sind, um Raum zu schaffen, für neue Assoziationen die so individuell sind wie das Gefühl selbst zu Gast zu sein.
Misafir, Turkish for guest, has its origins in the Arabic word Musafir, which means traveler. A traveler who becomes a guest is Misafir. But what does it mean to always be a guest? How can I trust my own assumption of being part of this group? As a post-migrant individual, the question of belonging is ever-present. The work delves into the ambiguity of invitation and rejection. In a limbo where it is no longer possible to clearly discern how the situation should be interpreted. The fragmentary photographs create an emotional (non-)space that cannot possibly be contained within a clear narrative, and which is subject to fluctuation at the moment of viewing. The connections between the individual photographs remain fleeting and dissolve just as quickly as they emerged, to make room for new associations that are as individual as the feeling of being a guest oneself.
2026
Cover aus Karton,
japanische Taschenbindung,
Fotografien gedruckt auf zero ink Papier, Collagen, Gedichte
2026
14cmx11,5cm
carton cover
Japanese pouch binding
Photograpahs printed on zero ink paper, Collage, Poems,
2026
14cmx11,5cm
Was passiert wenn die Banden die uns einst halt gegeben haben, uns eine Familie gegeben haben, langsam vergehen. Wenn aus einem Gefühl der Zusammengehörigkeit ein Gefühl des Zurückbleibens wird. „Heul Leise“ erkundet die Fragen die aus diesen Gefühlen entstehen und begegnet den Resten dieser einstigen Freundschaft in einer fotografischen Spurensuche. Hinter Pergamin lassen Collagen schemenhaft vergangene Momente der Zusammenkunft erkennen, die Gedichte werden dabei zu einer Brücke der Veränderung die zu den Fotografien der Gegenwart führt. Eine stille Gegenwart die Raum lässt um die neue Leere nach der Veränderung zuzulassen. „Heul Leise“ erhebt nicht eine einzige Freundesgruppe zu etwas einzigartigem, sondern folgt den Gefühlen der schleichenden Entfremdung vom Zusammensein in eine stille Einsamkeit.
What happens when the ties that once gave us stability, that gave us a family, slowly fade away? When a sense of belonging turns into a feeling of being left behind? “Heul Leise” explores the questions arising from these emotions and encounters the remnants of this former friendship through a photographic search for traces. Behind glassine, collages faintly reveal past moments of coming together, while the poems become a bridge of transition leading to the photographs of the present. A quiet present that leaves space to embrace the new emptiness that follows the change. “Heul Leise” does not elevate a single group of friends into something unique, but rather traces the feelings of gradual alienation, moving from togetherness into a silent loneliness.
2025
Druck auf Notizheft Seiten
Fotografien
Holzrahmen
printed on notebook paper
photography
wooden frames
Kommt aus dem türkischen und bedeutet „kannst du deinem Leben etwas antun?“. Ein Ausdruck der in der türkischen Popkultur oftmals verbunden wird mit einer Sehnsucht aus einem Herzschmerz heraus. Das Subjekt des Satzes „Can“ heißt nicht nur Leben, sondern ist auch ein gängiger Kosename für Menschen die einem nahe stehen. Dadurch wird die Frage nach dem Verletzen des Lebens zu einer vagen Äußerung die nicht klar zuordnen lässt, wer hier eigentlich wen verletzt. Sehnsucht empfinde ich als ein ganz ähnliches Dilemma. Wer wird durch unsere Sehnsucht verletzt? Wir selbst? Die Menschen welche wir vermissen? Menschen die gerne bei uns währen? Oder doch jemand völlig anderes?
Originating from Turkish, it translates to "can you do harm to your life?". It is an expression often associated in Turkish pop culture with a longing born out of heartbreak. The subject of the sentence, Can, not only means "life," but is also a common term of endearment for those close to us. This turns the question of harming one's life into an ambiguous statement, blurring the lines of who is actually hurting whom. I perceive longing as a very similar dilemma. Who is hurt by our longing? Ourselves? The people we miss? The people who wish they were with us? Or someone else entirely?
28.02.2024
Papier Hard Cover
92 Seiten
25cmx21cm
analoge und digitale Fotografien
Stiftung Reinbeckhallen, Berlin, Einzelausstellung
Paper Hard Cover
92 Seiten
25cmx21cm
analoge & digital Photogrpahs
Stiftung Reinbeckhallen, Berlin, Soloshow
Wie sehr kann die Kultur der Generationen vor mir noch zu meiner eigenen werden? Leider war es mir nicht möglich die nomadische Kultur meiner Großmutter von ihr nahe gebracht zu bekommen. Modern Yörük war ein Versuch diesen mir unbekannten und traditionsträchtigen Teil der türkischen Kultur auf eigene Faust zu erkunden. Meine Anfangs romantischen Vorstellungen wurden schnell durch eine Realität ersetzt wie wir sie in vielen Teilen der Welt vorfinden. Die letzten Nomaden der Türkei kämpfen um ihr überleben, da auch hier der Kapitalismus Systeme etabliert hat die nicht vereinbar sind in einer Lebensweise die sich über Jahrhunderte treu bleiben konnte.
To what extent can the culture of the generations before me still become my own? Unfortunately, I never had the opportunity to learn about my grandmother’s nomadic culture directly from her. Modern Yörük was an attempt to explore this unfamiliar, deeply traditional part of Turkish culture on my own. My initially romanticized notions were quickly replaced by a reality we encounter in many parts of the world. The last nomads of Turkey are fighting for their survival, as here, too, capitalism has established systems incompatible with a way of life that had remained true to itself for centuries.
2026
work in process
Fotografien auf Biotop 90g
Lyrik
work in process
Photogrpahs on Biotop 90g
Poetry
Trauerbewältigung.
Griefing Process.
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